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Gesundheitsdeterminanten

„Menschen können ihr Gesundheitspotenzial nur dann weitestgehend ausschöpfen, wenn sie auf die Faktoren, die ihre Gesundheit beeinflussen, auch Einfluss nehmen können.“


Ottawa-Charta

Einflussgrößen auf die Gesundheit

Die Einflussgrößen auf die Gesundheit der Menschen sind im sogenannten Regenbogenmodell von Margret Whitehead und Göran Dahlgren (1991) anschaulich dargestellt: Die Einflussgrößen auf die Gesundheit der Menschen sind im sogenannten Regenbogenmodell von Margret Whitehead und Göran Dahlgren (1991) anschaulich dargestellt:

Gesundheit und Wohlbefinden hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab

Alter, Geschlecht und Erbanlagen sind festgelegte Faktoren und bei allen Menschen unveränderbar gegeben. Die meisten anderen im Modell dargestellten Faktoren sind jedoch beeinflussbar. In dem Modell werden vier Ebenen von Faktoren, die Einfluss auf die Gesundheit haben, unterschieden:

  • die persönlichen Verhaltens- und Lebensweisen (erste Ebene, orange)

  • die Unterstützung und Beeinflussung durch das soziale Umfeld (zweite Ebene, gelb)

  • die Lebens- und Arbeitsbedingungen (dritte Ebene, grün)

  • die wirtschaftlichen, kulturellen und physischen Umweltbedingungen (vierte Ebene, blau)

Verhaltensprävention und Verhältnisprävention

Ausgehend von diesem Modell zielen Maßnahmen der Gesundheitsförderung auf der ersten Ebene auf das Verhalten von Menschen. Durch Information und Aufklärung – zum Beispiel über das Thema „Rauchen“ – oder auch durch Anreize sollen Menschen dazu gebracht werden, gesund zu leben. Man spricht in diesem Sinne von Verhaltensprävention.

Gesundheitsförderliche Ansätze auf den drei anderen Ebenen – also im sozialen Umfeld, am Arbeitsplatz, im Bereich von Kultur und Wirtschaft – zielen auf verbesserte Rahmenbedingungen für die Menschen. Diese Fördermaßnahmen werden als Verhältnisprävention bezeichnet.

Präventionsansatz von IN FORM

Die Initiative IN FORM zielt mit ihren Projekten und Maßnahmen zur Information und Qualifizierung auf die Verhaltensprävention. Beispielsweise fördert IN FORM durch entsprechende Angebote einen gesunden Lebensstil.

Aber auch bei der Verhältnisprävention wird angesetzt. So entwickelt IN FORM beispielsweise Qualitätsstandards in der Gemeinschaftsverpflegung in Kita und Schule, in Krankenhäusern und stationären Einrichtungen oder für „Essen auf Rädern“. Auch Besuchs- oder Fahrdienste für ältere Menschen sind der Verbesserung der Verhältnisse für ältere Menschen mit Einschränkungen zuzuordnen.

Informationen und Beispiele, auf welche Weise in der Seniorenarbeit Maßnahmen zur Verhaltens- und/oder zur Verhältnisprävention geplant und umgesetzt werden können, finden Sie hier.

Soziale Verhältnisse haben großen Einfluss auf die Gesundheit

Untersuchungen belegen, dass insbesondere soziale Verhältnisse die Gesundheit von Menschen – auch älteren Menschen – stark bestimmen.

Arme Menschen leben kürzer als Reiche und sind häufiger krank. Diese Kluft zwischen Arm und Reich rückt zunehmend in den Blick der Gesundheitspolitik.

Das sozial bedingte Gesundheitsgefälle ist deshalb Thema einer Veröffentlichung des WHO-Regionalbüros für Europa, die 2004 unter dem Titel „Soziale Determinanten der Gesundheit. DIE FAKTEN“ erschienen ist. Erklärt wird, wie sich psychische und soziale Einflussfaktoren auf Gesundheit und Lebensdauer auswirken. Erläutert wird auch, was bisher über die sozialen Determinanten von Gesundheit bekannt ist und welche Rolle die Politik bei der Gestaltung einer gesundheitsförderlicheren sozialen Umwelt spielen kann.

Die Publikation informiert über wissenschaftliche Erkenntnisse zu den wichtigsten sozialen Determinanten von Gesundheit in unserer modernen Gesellschaft und beschreibt deren Auswirkungen. Im einzelnen werden folgende Determinanten untersucht: Soziales Gefälle, Stress, frühe Kindheit, soziale Ausgrenzung, Arbeitsbedingungen, Arbeitslosigkeit, soziale Unterstützung, Sucht, Ernährung und Verkehr.

Weitere Informationen

Richard Wilkinson und Michael Marmot: Soziale Determinanten von Gesundheit. Die Fakten. WHO-Regionalbüro für Europa, 2004.
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Kernaussagen der WHO-Studie „Soziale Determinanten von Gesundheit“

  • Die Gesundheit der Menschen wird stark durch ihre Lebensweise und durch die Bedingungen, unter denen sie leben, beeinflusst.
  • Schwierige soziale Verhältnisse und wirtschaftliche Armut beeinträchtigen die Gesundheit das ganze Leben hindurch.
  • Wenn man weder am Arbeitsplatz noch zu Hause selbstbestimmt handeln kann, wirkt sich das einschneidend auf die Gesundheit aus.
  • Bereits in früher Kindheit werden die Grundlagen für die Gesundheit des Erwachsenen geschaffen.
  • Menschen, die auf der Straße leben müssen, sterben am häufigsten zu früh.
  • Man fühlt sich umsorgt, wenn man in ein soziales Beziehungsnetz eingebunden ist.
  • Menschen flüchten sich in Alkohol, Drogen und Tabak, um die durch die harte wirtschaftliche und soziale Wirklichkeit bewirkte Not zu betäuben.

Was die Politik kann und tun muss

Politiker und Verantwortliche der Gesundheitsplanung müssen sich mit den sozialen Determinanten von Gesundheit auseinandersetzen und die Ursachen gesundheitlicher Defizite angehen, bevor sich diese zu Problemen auswachsen. Das stellt Entscheidungsträger und Akteure im Gesundheitswesen und im Seniorenbereich wie auch Fürsprecher der öffentlichen Gesundheit vor eine große Aufgabe. Die WHO-Publikation liefert die Fakten und zeigt politische Handlungsoptionen auf.