Es folgt der Inhaltsbereich:

Akteure

Akteure der Gesundheitsförderung in Kommunen

Die Herausforderungen im Bereich der Gesundheitsförderung älterer Menschen können nur gemeinsam von den politisch Verantwortlichen und den Verwaltungen auf allen Ebenen der Kommunen und in Kooperation mit der Zivilgesellschaft erfüllt werden. Dies erfordert die Zusammenarbeit in Netzwerken.

Rolle der Politik und Verwaltung

Die Kommunalpolitik und die politischen Gremien wie der Stadt- oder Gemeinderat sowie die Seniorenbeiräte müssen die Gesundheitsförderung älterer Menschen als ein zentrales Ziel ihrer Arbeit wahrnehmen. Für die Planung und Umsetzung der Gesundheitsförderung müssen der Kommunalverwaltung ausreichend Ressourcen zur Verfügung gestellt werden.

In der Verwaltung sind verschiedene Ämter wie das Amt für Gesundheit, für Senioren, für Soziales und Wohnen gefordert, im Sinne der Ziele und Leitlinien der Gesundheitsförderung ressortübergreifend Strategien zu entwickeln und Maßnahmen zu realisieren. Eine wichtige Aufgabe kommt der Verwaltung besonders bei der Initiierung, Koordination und Unterstützung von gesundheitsfördernden Angeboten auf kommunaler Ebene zu.

Träger der Zivilgesellschaft

Die zivilgesellschaftlichen Träger der Seniorenarbeit sind vornehmlich bei der Planung, Organisation und Umsetzung von zielgruppenorientierten Angeboten zur Gesundheitsförderung aktiv.

Die Träger der Zivilgesellschaft im Rahmen der Seniorenarbeit sind sehr vielschichtig. Neben den Freien Wohlfahrtsverbänden wie Diakonie, Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Volkssolidarität, Deutsches Rotes Kreuz oder Malteser Hilfsdienst engagieren sich die Kirchen sowie lokale Bürgervereine für ältere Menschen. Spezielle Angebote für Senioreninnen und Senioren bieten auch die Sportvereine, Wandervereine oder Schützenvereine an.

Dienstleister im Gesundheits- und Seniorenwesen, wie zum Beispiel Ärzte, Apotheken, Physiotherapie-Praxen, Sanitätshäuser, stationäre Alten- und Pflegeeinrichtungen, Anbieter von Tagespflege, Fitnesscenter oder Wohnungsbaugenossenschaften, sind bei der Verbesserung der Gesundheitsförderung, der Verhaltens- und Verhältnisprävention in der Kommune, der Stadt, dem Quartier oder Dorf wichtige Partner.

Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit

Die mannigfaltigen Aufgaben in der Seniorenarbeit wären ohne die Unterstützung durch ehrenamtliche Akteure kaum zu leisten. In der Politik sind zum Beispiel Seniorenbeiräte ehrenamtlich tätig. Ehrenamtliche engagieren sich in den Seniorenbüros. Bei zahlreichen Angeboten für ältere Menschen – ob im Mehrgenerationenhaus, bei Seniorennachmittagen, Besuchs- und Begleitdiensten für Ältere oder Menschen mit Demenz, bei Bewegungsangeboten oder in den Generationenvereinen – wirken vornehmlich Ehrenamtliche mit.

Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Akteuren in den verschiedenen Bereichen der Senioren- und Gesundheitsförderung erfordert eine gute Koordination sowie Förderung und Unterstützung durch hauptamtlich Tätige. Eine Aufgabe der Kommune ist es, das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen zu gestalten.

Zur effektiven und nachhaltigen Gestaltung der Angebote zur Gesundheitsförderung für ältere Menschen empfiehlt es sich, alle Verantwortungsträger in der Kommune und möglichst viele Akteure der Zivilgesellschaft zu beteiligen und gemeinsam Ziele festzulegen und Konzepte zu planen, weiterzuentwickeln und umzusetzen.

Kooperation der Akteure stärken – Netzwerkarbeit

Wie im Regenbogenmodell dargestellt, hat das Lebensumfeld vielfältigen Einfluss auf die Gesundheit. Entsprechend ergeben sich auf kommunaler Ebene zahlreiche Handlungsfelder der Gesundheitsförderung. Die komplexen Zusammenhänge und wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen den Handlungsfeldern erfordern die Kooperation aller Akteure auf kommunaler Ebene.

So kann zum Beispiel die Wohnsituation, einschließlich des Wohnumfeldes, nicht allein von der Kommune oder der Wohnungsbaugenossenschaft im Sinne der Gesundheitsförderung verbessert werden. Die Kommune kann im Hinblick auf die Verkehrssituation durch eine entsprechende Gestaltung der Gehwege, eine gute Beleuchtung, die Einrichtung von Sitzbänken und durch entsprechende Angebote des Öffentlichen Personennahverkehrs viel zur Verbesserung der Altersfreundlichkeit beitragen. Für altersgerechte Wohnungen und ein wünschenswertes soziales Umfeld sind jedoch die Verantwortlichen der Zivilgesellschaft zuständig. Die Kommune kann hier unterstützen und koordinieren.

Ziele der Kooperation

Die Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung mit den verschiedenen Akteuren der Zivilgesellschaft ist für eine nachhaltige Gesundheitsförderung unverzichtbar.

Wesentliche Ziele der Kooperation sind:

  • die Vereinbarung gemeinsamer Ziele, Strategien und Aktivitäten
  • die Bündelung vorhandener Ressourcen, verfügbarer Sach- und Finanzmittel
  • die Koordination des Zusammenwirkens ehrenamtlicher und hauptamtlicher Akteure.
     

Dadurch können Synergieeffekte für alle Beteiligten entstehen:

  • Durch Kooperationen werden insgesamt mehr Dienstleistungen und Angebote für ältere Menschen geschaffen.
  • Kooperationen ermöglichen die Einsparung von Kosten und Arbeitszeit.
  • Durch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit zur Ansprache der Zielgruppe und die Beteiligung von mehreren Trägern können mehr ältere Menschen erreicht werden.
  • Spezielle Fachkräfte können von allen Partnern sinnvoll eingesetzt werden.
  • Passende Informations- und Beratungsangebote, beispielsweise in den Bereichen Bewegung und Ernährung, können die Maßnahmen zur Gesundheitsförderung ergänzen.
  • Vorhandene Räume können gemeinsam genutzt werden.
  • Fahrdienste können gemeinsam genutzt werden.

Werden die Angebote zwischen den Trägern abgestimmt, können Dopplungen vermieden werden und die Arbeitskapazität kann effektiver genutzt werden. So können auch Angebote für breite Zielgruppen etabliert werden, die von einem Träger alleine nicht zu realisieren sind.

Netzwerkarbeit gestalten

Die Zusammenarbeit aller Kräfte in der Gesundheitsförderung älterer Menschen auf kommunaler Ebene ist eine Herausforderung, die von der Kommunalverwaltung mit gutem Fingerspitzengefühl und Kompetenz initiiert und moderiert werden sollte. Runde Tische oder Netzwerktreffen der beteiligten Akteure können die Zusammenarbeit vertiefen. Für die Zukunftsfähigkeit der Kooperationen sind gemeinsame Zielsetzungen und Strategien unverzichtbar und sollten immer wieder erneut überprüft und weiterentwickelt werden. Im Sinne der Qualitätssicherung der gemeinsamen Vorhaben sollten auch die Arbeitsplanungen gemeinsam abgestimmt und die Ergebnisse evaluiert werden.

Weitere Informationen

Praxishilfen für die Netzwerkarbeit sowie zur Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen

weiter
Arbeitshilfen zur Netzwerkzusammenarbeit.

Für die Zusammenarbeit in Netzwerken hat die Plattform für Ernährung und Bewegung e.V. (peb) anschauliche Arbeitshilfen entwickelt. Die Arbeitshilfen stammen aus dem Bereich der Gesundheitsförderung von Kindern. Sie sind aber für die Netzwerkarbeit im Seniorenbereich gleichermaßen wertvoll.

Zweiter Engagementbericht der Bundesregierung.

Eine zentrale Fragestellung des Berichts ist, welche Bedeutung den vielfältigen Formen bürgerschaftlicher Mitwirkung – vom klassischen Ehrenamt bis zur politischen Beteiligung, von der Hilfe in der Nachbarschaft bis zum Einsatz für geflüchtete Menschen – für die Gestaltung des demografischen Wandels in den Städten und im ländlichen Raum zukommt. Die Broschüre fasst die Ergebnisse des Berichtes zusammen.

Zweiter Engagementbericht 2016. Demografischer Wandel und bürgerschaftliches Engagement: Der Beitrag des Engagements zur lokalen Entwicklung. Zentrale Ergebnisse. Hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin, 2016.
Download auf der Website des BMFSFJ

Praxisleitfaden.

Der Leitfaden zeigt Win-win-Strategien und Beispiele guter Praxis zur Konfliktbewältigung auf. Er bietet Lösungen, wie man „Stolpersteine“ vermeidet und Qualitätssicherung einführt. Er gibt Tipps zum Abbau von Vorbehalten in der Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen, zur Balance von Be- und Entlastungen beider Akteure sowie zur Verbesserung von Verlässlichkeit und Planbarkeit.

Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen als Gestaltungsaufgabe. Ein Leitfaden für die Praxis. Auf Grundlage der Ergebnisse der Studie „Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen in Pflege, Sport und Kultur“. Hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Berlin, 2015.
Download auf der Website des BMFSFJ

Weiterführende Links zum Thema Ehrenamt

www.b-b-e.de
Infos, Veröffentlichungen, Arbeitshilfen und Empfehlungen zum bürgerschaftlichen Engagement und zur Arbeit mit Freiwilligen

www.mitarbeit.de
Projekte, Publikationen und Arbeitshilfen rund um bürgerschaftliches Engagement

www.fes-mup.de
Publikationen, Arbeitshilfen und Veranstaltungshinweise zum Thema Ehrenamt

www.inbas-sozialforschung.de/projekte/kooperation-von-haupt-und-ehrenamtlichen-in-pflege-sport-und-kultur
Informationen zur Studie „Kooperation von Haupt- und Ehrenamtlichen als Gestaltungsaufgabe“ (Grundlage des oben genannten Leitfadens des BMFSFJ)

www.zweiterengagementbericht.de
Informationen zum Zweiten Engagementbericht der Bundesregierung

www.bagfa.de
Website der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen

www.dza.de/fdz/deutscher-freiwilligensurvey
Repräsentative Befragung zum freiwilligen Engagement in Deutschland

 

schließen