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Herausforderungen

Folgen und Herausforderungen des demografischen Wandels

Wachsen weniger junge Menschen heran und nimmt die Anzahl älterer Menschen immer weiter zu, führt dies zu weitreichenden Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Sozialsystem. So stellt die zukünftige Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme, das heißt die Finanzierung von Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung, die Träger der Versicherungen und die Politik immer wieder vor neue Entscheidungen. Die steigende Zahl älterer Menschen erfordert höhere Ausgaben im Gesundheitssystem und der Rentenkassen. Eine abnehmende Zahl von Menschen im arbeitsfähigen Alter reduziert die Einnahmen in diesen Sozialversicherungen.

Veränderte Lebenssituationen der älteren Menschen – eine Herausforderung

Der Selbstbestimmung der älteren Menschen gebührt hoher Respekt. Es gilt daher, ihren Vorstellungen vom Leben im Alter weitestgehend gerecht zu werden.

Aus empirischen Studien ist nachgewiesen:

Die Nachfrage älterer Menschen nach haushaltsnahen Dienstleistungen steigt.

Die Menschen haben den Wunsch, so lange wie möglich selbstständig und selbstbestimmt in ihrem häuslichen Wohnumfeld leben zu können. Bei zunehmenden körperlichen oder kognitiven Einschränkungen werden haushaltsnahe Dienstleistungen verstärkt nachgefragt.

Familienangehörige stehen oftmals nicht für die Versorgung und Pflege älterer Menschen zur Verfügung.

Die familiären Strukturen wandeln sich seit vielen Jahren signifikant. Mit dem Rückgang der Bevölkerungszahl sinkt die durchschnittliche Haushaltsgröße. Inzwischen stellen die Einpersonenhaushalte die größte Gruppe der Personenhaushalte dar, was auch auf die zunehmende Anzahl älterer Menschen (über 65 Jahre) zurückzuführen ist. Familienangehörige stehen oftmals nicht für die Versorgung und Pflege älterer Menschen zur Verfügung. Dies begründet sich daraus, dass die Zahl der Familienmitglieder je Haushalt abnimmt und die Berufstätigkeit der Frauen sowie die räumliche Entfernung zwischen den Wohnstandorten und den Verwandten zunehmen.

Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit von Erkrankungen zu.

Die demografischen Entwicklungen betreffen den Gesundheits- und Pflegesektor besonders stark. Mit steigender Lebenserwartung dehnt sich die Altersphase aus und das Risiko, krank und pflegebedürftig zu werden, wächst.

Das Risiko der Altersarmut steigt.

Der Generationenvertrag, der über viele Jahrzehnte die sozialen Sicherungssysteme trug, muss den Herausforderungen angepasst werden. Denn das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbeziehern verändert sich so sehr, dass der Lebensstandard nachfolgender Generationen im Alter zunehmend gefährdet ist.

Das bestehende Angebot an Versorgungs- und Pflegeleistungen reicht nicht aus.

Pflegebedürftige Personen werden zunehmend auf professionelle Hilfe angewiesen sein. Das heute bestehende häusliche Pflegeverfahren kann nur dann aufrechterhalten werden, wenn ein qualitativ und quantitativ gut gestaltetes Angebot an Versorgungs- und Hilfeleistungen für ältere Menschen vorhanden ist.

Ziele

Ziel aller Verantwortlichen in der Seniorenarbeit, Gesundheits- und Sozialpolitik sollte es sein, gesundheitsfördernde Maßnahmen flächendeckend und zielgruppengerecht zu etablieren, um Pflegebedürftigkeit älterer Menschen so lange wie möglich zu vermeiden und eine bestmögliche Unterstützung älterer Menschen bei der selbstständigen Lebensführung zu gewährleisten.

Literaturhinweise

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Möglichkeiten und Grenzen selbstständiger Lebensführung in Privathaushalten. Ergebnisse der Studie MuG III. Hrsg. vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 2005.
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Statistisches Jahrbuch 2016: Deutschland und Internationales. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden. (Siehe Kapitel 2: Bevölkerung, Familien, Lebensformen)
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